Die Drohne Haftpflicht- oder Kaskoversichern?

Jeder Bürger ist für die Schäden, die er verursacht, voll haftpflichtig. Auch Kinder können ab 10 Jahren ganz oder teilweise für ihre angerichteten Schäden belangt werden. Darum ist eine allgemeine, private Haftpflicht-Versicherung für jeden dringend angeraten. Sie kosten ca. 120 Euro im Jahr, können im Schadensfall aber vor großen Zahlungsverpflichtungen bewahren.

Drohnen am zwei Kilogramm Abfluggewicht benötigen eine separate Haftpflicht-Versicherung. Darunter gelten sie als Spielzeug und sind auch meist entsprechend billig.
Bei Drohnen ist der Unterschied zwischen Haftpflicht und Vollkasko erstaunlich gering. Das liegt zum Teil auch daran, dass der Schaden am eigenen Quadrocopter in der Regel wesentlich geringer ist, als wenn es zu einem haftpflichtigen Schaden durch den Quadrocopter kommt. Dennoch kommt es immer auf den Einzelfall an, bei dem der Kaufpreis des Kopters mit den Beiträgen für die Vollkasko-Versicherung gegen gerechnet werden muss.

DJI bietet beim Neukauf einer Mavic Pro bereits einen Kaskoschutz an. Dieser kann durch das „Care Refresh“ Angebot nochmals um ein Jahr verlängert werden. Gegenwärtig erhebt DJI für das „Care Refresh“ Angebot einen Beitrag von 119 Euro. Allerdings sind damit nur zwei Totalschäden mit eingeschlossen. Ab dem dritten Crash muss der Besitzer wieder selbst für seine Drohne aufkommen.

Die KRAVAG bietet für nur 100 Euro Jahresbeitrag bereits einen Vollkasko-Schutz für privat genutzte Drohnen bis 2000 Euro an. Die erhobenen 100 Euro Selbstbeteiligung sind bei so teuren Drohnen aber zu verschmerzen. Gewerblich genutzt, erhöht sich der Beitrag auf 150 Euro. Die Beiträge sind bis zu einem Kaufpreis von 6000 Euro weiter gestaffelt. Der Höchstbeitrag für eine gewerblich genutzte Drohne liegt bei der KRAVAG bei 450 Euro. Die Selbstbeteiligung ist bei gewerblich genutzten Drohnen bei 150 Euro gedeckelt. Zu den Beiträgen kommt aber noch die Mehrwertsteuer hinzu.

Deckungssumme

Um es auf den Punkt zu bringen: Eine Million Euro sind Pflicht. Ratsam ist jedoch eine Versicherungssumme von drei oder vier Millionen Euro. Man stelle sich nur mal vor, die Drohne stürzt auf einer befahrenen Straße ab und verursacht einen Verkehrsunfall mit vielen Verletzten. Da reicht eine Million Euro an Deckungssumme schnell nicht mehr aus. Auch wenn das Überfliegen von Verkehrswegen in der Regel verboten ist, kann ein solcher Schadensfall durch starken Wind oder Fehlfunktionen der Drohne dennoch passieren. Die höchsten Versicherungssummen bieten die DEGENIA (bis 20 Millionen Euro) und die R+V (bis 10 Millionen Euro). Preislich liegt der Beitrag für die Haftpflicht-Versicherung bei ca. 40 – 150 Euro im Jahr, je nach Versicherer und Art der Nutzung.

Anzahl der Halter

Die Versicherer bieten zwei Modelle an: Entweder wird er einzelne Kopter versichert oder der Halter. Beim Kopter-Modell ist jeweils nur eine Drohne von der Versicherung erfasst. Der Vorteil bei diesem Modell ist, dass der Kopter verliehen werden kann. Jeder, der einen Befähigungsnachweis besitzt, darf die Drohne anwenden. Das ist die ideale Lösung für gewerbliche Verleiher.

Anzahl der Kopter

Der umgekehrte Weg ist, dass der Halter versichert ist. Da die Versicherer davon ausgehen, dass man immer nur mit einer Drohne fliegen kann, ist die Anzahl der Drohnen großzügig gewählt. Diese Lösung ist für Drohne Enthusiasten und gewerbliche Anwender interessant, die mehrere Modelle im Bestand haben. Die einzelnen Bedingungen sind aber immer mit dem jeweiligen Versicherer zu klären.

Selbstbeteiligung

Im Haftpflicht-Fall wird von den meisten Versicherern keine Selbstbeteiligung erhoben. Bei der Vollkasko haben sich Beträge von 100 bis 300 Euro durchgesetzt. Hier gilt es jedoch, stets genau die Vertragsbedingungen zu kennen: Manche Versicherer ersetzen nur den Zeitwert der Drohne. Es kann deshalb durchaus passieren, dass für einen Schadensfall die Selbstbeteiligung erhoben wird, der Zeitwert der Drohne jedoch nur knapp darüber liegt.

Vor- und Nachteile von Haftpflicht und Vollkasko-Versicherung für Drohnen

Eine Drohne ohne eindeutigen Versicherungsschutz zu betreiben ist brandgefährlich. Das gilt auch für die kleinsten Spielzeug-Drohnen. Wird durch eine Kontrolle festgestellt, dass eine Drohne nicht versichert betrieben wird, können hohe Bußgelder drohen. Der Vorteil der Haftpflicht-Versicherung ist deshalb die Rechtssicherheit und der Schutz vor hohen Schadensersatz-Forderungen.

Bei Vollkasko-Versicherungen kommt es auf den Zeitwert der Drohne an. Eine drei Jahre alte 1000-Euro-Drohne ist in der Regel nicht mehr sinnvoll durch eine Vollkasko-Versicherung abzudecken. Eine neue 6000-Euro-Drohne in der gewerblichen Nutzung ist ihre 450 Euro Versicherungsschutz aber in jedem Fall wert. Neben dem Wertverlust durch eine beschädigte Drohne drohen dem Anwender darüber hinaus auch die Verdienstausfälle. Das jann man mit einer Drohnen-Vollkaskoversicherung gut abfangen.

Drohnen Schaden

Drohnen sind Fluggeräte, die ein gewisses Eigengewicht besitzen und darüber hinaus mit leistungsstarken Akkus betrieben werden. Wer sich noch an das Samsung-Desaster mit den explodierenden Handys erinnert, der weiß wie gefährlich diese Stromspeicher sein können. Das gilt vor allem dann, wenn eine Drohne durch einen Systemausfall hart auf em Boden aufschlägt. Zwar hat die DJI Mavic Pro aus diesem Grund den Akku auf der Oberseite, dennoch kann auch sie im ungünstigsten Fall einen Brand auslösen. Die Schäden, die durch eine abstürzende Drohne angerichtet werden können, sind deshalb praktisch unbegrenzt. Es ist deshalb dringend empfohlen, die Deckungssumme so hoch wie möglich zu wählen. Wenn es zu einem Schaden kommt, sollte man die maximale Versicherungssumme abrufen können.

Drohnenversicherung Kündigen

Eine Drohnenversicherung lässt sich kündigen, wie jede andere Versicherung auch. Es genügt ein Brief an die Assekuranz, die Drohne zum nächstmöglichen Termin aus der Versicherung nehmen zu wollen. Je nach Vertrag ist die Versicherung dann nach wenigen Tagen bis Monaten ausgelaufen.