DJI Mavic Pro Platinum Test

Gutes besser machen

Mit der DJI Mavic Pro Platinum bietet der Hersteller ein erstes Upgrade zu seiner erfolgreichen Kompakt-Drohne DJI Mavic Pro an. Die Änderungen zum Grundgerät oder der Phantom sind zwar klein und auf den ersten Blick nicht vollständig zu erkennen. In Summe kann man aber im Vergleich durchaus feststellen, dass es sich bei der Platinum-Version um eine echte Weiterentwicklung zur Mavic Pro handelt, mit der wunderschöne Aufnahmen ermöglicht werden.

Der offensichtlichste Unterschied ist die Farbgestaltung: War die Mavic noch im schlichten schwarz-grau gehalten, glänzt die Platinum-Version in strahlendem Silber. Das gibt der Drohne eine sehr hochwertige Anmutung, sodass die Drohne auch rein optisch im Test überzeugen konnte. Kennern fällt darüber hinaus noch das neue Design der Rotoren auf. Optisch war es das jedoch bereits mit den Veränderungen zum Vorgänger. Die meisten Innovationen verstecken sich bei dem DJI Mavic Pro Quadrocopter im Innern.

Handling, Ausstattung und Zubehör sind jedoch nicht nur ähnlich, sondern austauschbar zur normalen Mavic Pro. Wie das Einstiegsmodell wird die Fernbedienung der Platinum-Version mit einem Smartphone ergänzt, die Daten werden per App gespeichert und bearbeitet und sie unterstützt auch FPV Anwendungen.

Lieferumfang

Auch bei der Platinum-Version bietet DJI ein „Fly More“ Bundle an. Dieses, im Vergleich zu anderen Modellen, wie dem Phantom, besonders umfangreiche Paket bietet vom Start weg alles, was man für einen maximalen Spaß mit der Drohne braucht. Das Fly More Bundle der DJI Mavic Pro Platinum hat folgende Ausstattung:

Die DJI -Mavic Kameradrohne selbst, inklusive Motoren, Gimbal und 4k Kamera
Eine Fernsteuerung mit fest integriertem Akku
Drei Wechsel-Rotoren
Eine austauschbare Gimbal-Klemme
Schutzabdeckungen
Ladegerät für die Drohnen
16 Gigabyte Micro-SD Karte
1 Micro-USB-Kabel auf USB Standard zum Anschluss eines Smartphones an die Fernsteuerung
1 Lightning/IOS Kabel zum Anschluss an ein Iphone
1 Micro USB Kabel für das Ladegerät
2 RC Cable Slider
2 Ersatzakkus
1 Ladeanschluss für das KFZ
1 Schultertasche
1 Powerbank-Adapter für die Fernsteuerung
1 Ladehub

[H2]Erster Eindruck [/H2]

Die DJI Mavic Pro Platinum ist annähernd baugleich mit der DJI Mavic Pro. Gehäuse und Klapparme sind absolut identisch, ebenso der Controller bzw. die Fernbedienung und die zusätzliche Ausstattung. Jedoch wertet die silberne Lackierung die ohnehin schon hochwertige Anmutung der DJI Mavic Pro nochmals auf. Wenn es um das Wecken von Begehrlichkeiten geht, setzt die Platinum-Version nochmals einen zur Mavic Pro oben drauf.
Die silberne Farbgestaltung mag ein Marketing-Gag sein, die Technik im Inneren sowie die technischen Features sind es nicht. Das gilt vor allem für die Rotoren: Mit einem neuen Design und vor allem mit Winglets ausgestattet, kann die Platinum-Version Erstaunliches erreichen: Ganze vier Dezibel weniger Lärmemission – das ist eine Reduktion von über 60% gegenüber der Mavic Pro – machen das Fliegen mit der Drohne wesentlich angenehmer. Darüber hinaus muss man auch weniger mit bösen Blicken von Nachbarn und Passanten rechnen. Die Platinum-Version ist flüsterleise. Ihr leises Rauschen geht in der Regel im allgemeinen Hintergrundgeräusch der Natur unter.

Bedauerlicherweise sah sich DJI bei der Platinum nicht genötigt, die unzureichenden Stummelbeine zu verlängern. Auch die als Upgrade gefeierte Version hebt die empfindliche Kamera und den Gimbal nur wenige Millimeter vom Boden ab. Der Test hat gezeigt, dass beim Landen der Drohne auf Wiesen oder Äckern muss man so immer mit Verschmutzungen an Kamera und Co. rechnen. Das ist gerade bei der filigranen Mechanik des Gimbal keine optimale Lösung. Wie auch bei der Dji Phantom gilt bei der Platinum deshalb der Tipp: Immer eine saubere und gerade Unterlage zum Starten und Landen dabei haben. Notfalls reicht die Fußmatte aus dem Auto. Besser ist jedoch eine stabile, nicht biegsame Platte. Alternativ kann man sich im offiziellen oder inoffiziellen Zubehör nach verlängerten Beinchen umsehen, welche auch für andere Modelle, wie die Dji Phantom selbst gebaut werden können. Die Drohne wird dadurch nur geringfügig schwerer, was sich auf die Leistung, auf die Flugzeit oder die Aufnahmen aber nicht spürbar auswirkt. Alle Flugmodi sind also noch vollständig nutzbar.

Das ist umso unverständlicher, als dass mit dem Quadrocopter DJI Phantom ein Gerät vorgestellt wurde, dessen hochbeiniges Landewerk für ein besonders sicheres Handling gesorgt hat. Der Quadrocopter DJI Phantom konnte durch die so besonders geschützte Kamera den Markt für Consumer-Drohnen mit Video Aufnahmefunktion revolutionieren. Kein Wunder, dass die Phantom durch diese Technik besonders gut ankam. Wahrscheinlich ist das Vertrauen in die hohe Qualität der 4K Mavic Kamera so groß, dass der Fokus auf die kompakte Gestaltung gelegt wurde. Kein Wunder, denn mit diesem Modell sind Videos in 4k Qualität möglich, welche im Vergleich zu anderen Modellen begeistern.

Anleitung Inbetriebnahme

Das Handling der Platinum-Version ist mit der Mavic Pro vollkommen identisch. Das gilt auch für die gesamte Inbetriebnahme: Die im Lieferzustand leeren Akkus werden zunächst geladen. Da ein Akku für die Drohne ca. zwei Stunden Ladezeit hat, muss im „Fly More“ Bundle mit insgesamt sechs Stunden für diesen Schritt gerechnet werden. Eine Stunde Flugzeit zieht also zwangsläufig diesen Zeitraum an Ladezeit nach sich. Man könnte diese Zeit verkürzen, wenn man sich ein zweites bzw. Ladegerät besorgt. Das ist erstaunlicherweise zu einem recht günstigen Preis zu kaufen. So kann die Flugzeit und der damit verbundene Spaß direkt verdoppelt werden.

Auch beim Controller wäre beim Upgrade die ideale Gelegenheit gewesen, die vorhandene Technik zu verbessern. Leider hat DJI auch bei seiner Edel-Version der Mavic Pro es beim alten Konzept belassen: Die Fernbedienung hat keine Möglichkeit, den Akku zu wechseln. Die Flugzeit bleibt damit grundsätzlich auf die Ladezeit der Fernbedienung beschränkt. Und die ist auch bei der Platinum-Version auf 60 Minuten limitiert. Wie bei der Grundversion, wird die Fernbedienung um ein Handy, wie ein Iphone oder Smartphone erweitert, sodass auch das Display natürlich genutzt werden kann. Mit dem entsprechendem Adapter kann auch ein Tablet oder der DJI-eigene Bildschirm angeschlossen werden. Den zu kaufen ist allerdings mit einem Preis von ca. 550 Euro nicht ganz billig. Dafür hat man aber ein ordentliches Display, mit dem die Aufnahmen der 4K Videos in voller Pracht schon während des Flugs genossen werden können, wobei den meisten Nutzern auch das Display vom Handy ausreichen.

Daran ändert auch die optimierte Steuerung und die neuen Rotoren der Dji Platinum nichts. Zwar konnte DJI die Nutzungsdauer pro Akku um ca. 10% verlängern. Doch was nützt das, wenn immer noch nach 60 Minuten der Controller bzw. die Fernbedienung ausfällt? Der dritte Akku ist dennoch sinnvoll: So wird sicher gestellt, dass immer der Fernbedienung vor der Drohne der Strom ausgeht. Mit dieser Technik bleibt so immer Flugzeit genug übrig, die Drohne mit der Return-Home-Funktion an ihren Startpunkt zurück zu holen. Die diversen Flugmodi vom Quadrocopter lassen hier viele Sicherungsfunktionen zu. Falls die Minuten für den Rückflug der Drohne jedoch nicht ausreichen, sorgen die vielen Sensoren in den meisten Fällen für eine sichere Landung.

Unser Test Vergleich zeigt, dass der Controller der Platinum-Version ebenfalls für jedes Android- oder OS- Smartphone ausgerichtet. In dem Punkt unterscheiden sich die Drohnen in keinster Weise voneinander. Handling, Ausstattung und Konfiguration sind vollkommen identisch.

Die Rotoren sind hingegen komplett neue Entwicklungen. Sie sind zwar genau so lang wie die Vorgängermodelle. Jedoch sind sie breiter, haben ein ausgeprägtes, trapezförmiges Design und sind durch kleine Winglets ergänzt. Das sind ca. 3 Millimeter hoch ragende Spitzen am Ende der Rotoren. Diese Winglets sind das Geheimnis für die gesteigerte Leistung und reduzierte Lärmemission der DJI Mavic Pro Platinum. Der Trick ist dabei von der Natur abgeschaut: Ein gerader Flügel erzeugt an seiner Spitze eine sogenannte „Wirbelschleppe“. Das sind kleine Luftwirbel, die wie Bremsen am Flugzeug ziehen. In der Passagierluftfahrt und sogar bei den Windkraftanlagen haben sich die Winglets deshalb schon lange durchsetzen können. Mit der Platinum-Version ziehen sie nun auch in der Drohnentechnik ein.

Die Drohne wird zusammen gebaut: Arme ausklappen, Rotoren aufsetzen, Controller mit Handy verbinden, Schutzkappe vom Gimbal entfernen – schon ist die Drohne betriebsbereit. Es wird immer der Controller vor der Drohne eingeschaltet. Nach dem Durchlaufen einer Selbstdiagnose kann der Flugspaß mit dem kompakten Quadrocopter beginnen.

Einsatz

Ob man mit seiner Mavic Pro Platinum-Version erst einmal in der Garage starten möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Jedoch sollte man zwei Dinge bedenken: Im Inneren eines Hauses hat die Drohne in der Regel keinen GPS-Kontakt. Damit fällt ein großer Teil ihrer Funktionen schon mal aus. Darüber hinaus ist die DJI Mavic Pro Platinum definitiv eine Action-Drohne für den Außeneinsatz. Sie ist zwar auch bei den beengten Verhältnissen in einem Haus weitestgehend durch ihre ausgefeilte Sensorik bzw. den Sensoren von Kollisionen geschützt. Dennoch: Wirklich befriedigend sind die ersten Hüpfer mit der Drohne in Wohnzimmer oder Garage definitiv nicht und auch die Videos, welche auf dem Display angeschaut werden können, sind nicht halb so spannend.

Wer sich einfach noch nicht traut, mit der teuren Drohne nach draußen zu gehen, der kann ihr Handling ganz einfach üben: In der von DJI verfügbaren App, die man ganz einfach über das Smartphone bekommen kann, ist auch ein Simulationsprogramm enthalten. Damit können die Grundfunktionen wie Starten, Steigen, Kurvenflug und Landung geübt werden, sodass schon der erste Test zum Erfolg wird.

Vor dem Flug muss die Drohne aber in Deutschland zwingend legalisiert werden. Dazu gehört ein Typenschild mit Name und Anschrift ihres Besitzers, das an der Drohne befestigt werden muss. Darüber hinaus ist für die 750 Gramm schwere Drohne zwingend eine Haftpflicht-Versicherung vorgeschrieben. Eine versicherungspflichtige Drohne ohne diesen Schutz im Freien zu betreiben ist nicht nur ein großes finanzielles Risiko. Es ist auch mit einem empfindlichen Bußgeld behaftet, welches einen Jahresbeitrag für die Versicherung bei Weitem übersteigt. Die Tarife reichen von ca. 70 Euro bis 150 Euro pro Jahr. Bei nur saisonaler oder gelegentlicher Nutzung kann auch eine Kurzzeit-Police erworben werden. Diese kostet ca. 10 Euro im Monat. Ein Fehlen dieser Versicherung ist eine Verletzung des Luftfahrtrechts und kann bis zu 50.000 Euro an Bußgeld und somit einen hohen Preis nach sich ziehen – autsch.

Angesichts der Leistungen der DJI Mavic Pro Platinum sind diese Gesetze auch gerechtfertigt. Die 750 Gramm schwere Drohne kann immerhin eine Geschwindigkeit von 65 km / h erreichen. Im Sturzflug und mit Rückenwind sogar noch mehr – da geht schon einiges zu Bruch, wenn so ein Brocken ungebremst in ein Haus rast.

Der Hersteller hat jedoch auch bei der Platinum-Version alles dafür getan, um dies nach Möglichkeit zu verhindern. Auch bei diesem Modell wirken viele Sensoren und hoch entwickelte Flugmodi perfekt ineinander. Hindernisse aus bis zu 15 Meter Entfernung werden von der Drohne identifiziert und umflogen.

Angst haben muss man vor dem Quadrocopter jedenfalls nicht: Mit einem Beginner-Modus können auch ungeübte Drohnenpiloten die ersten Schritte mit dem Gerät gut üben. Der Beginner-Modus hat besonders sensible Ausweich-Programme und schränkt im Vergleich zu den anderen Flugmodi die Bewegungsfreiheit der Drohne etwas ein. Damit stellt er beispielsweise sicher, dass das Gerät sich immer in Sichtweite zum Anwender befindet. Und wer mit der Steuerung überfordert ist, der gibt einfach den „Return Home“ Befehl. Die Drohne kehrt selbstständig an ihren Startpunkt zurück und landet so sanft wie sicher. Das vorherige Üben an der App Simulation ist auch bei der Platinum-Version sehr sinnvoll und auch das eine oder andere Video zu den Modellen kann helfen.

Die Platinum-Version unterstützte auch FPV Apps. Jedoch sollte man bei den FPV Apps hier den Rechtsrahmen kennen. Fluggeräte müssen immer in Sichtweite betrieben werden. Ist die Sicht durch die FPV Brille eingeschränkt, ist ein zweiter Beobachter erforderlich, der den Quadrocopter immer im Auge behält. Eine solche FPV Brille ermöglicht jedoch erneut einen ganz neuen und atemberaubenden Flugspaß und tolle Aufnahmen bzw. das eine oder andere fesselnde Video, sodass sich immer mehr Nutzer für das Produkt entscheiden und die FPV Brille kaufen, was natürlich mit einem recht hohen Preis verbunden ist.

DJI Mavic Pro Platinum Luftaufnahmen

Die Platinum-Version ist leiser als der Vorgänger und hat einige Minuten mehr Akku-Laufzeit pro Flug. Das kann in bestimmten Situationen von Vorteil sein, schließlich zählt beim Fliegen mit einer Drohne jede Sekunde, sodass für viele Nutzer, die eine Drohne kaufen möchte, die Flugzeit inMinuten mit ausschlaggebend sind. Technisch gesehen unterscheiden sich die Aufnahmen zwischen der Mavic Pro und der Mavic Pro Platinum jedoch kaum voneinander, sodass die einzelnen Daten nahezu identisch sind. Die 4K Videos sind im Vergleich der Quadrocopter nicht zu unterscheiden.