Drohnenversicherung

Drohnen bis 250 Gramm Abfluggewicht fallen unter die Kategorie „Spielzeuge“. Sie sind nicht versicherungspflichtig. Meist sind diese Kleingeräte über die normale Haftpflichtversicherung mit abgedeckt. Es ist aber dringend empfohlen dies nachzuprüfen. Auch für Schäden durch eine Spielzeugdrohne besteht die volle Haftpflicht.

Drohnenversicherung

DrohnenversicherungIn Deutschland gilt die allgemeine Haftpflicht. Wer einen Schaden verursacht, muss dafür gerade stehen. Dies gilt ohne Ausnahme. Der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung ist deshalb immer sinnvoll, auch wenn man keine Drohne besitzt.

Ferngesteuerte Fluggeräte unterliegen zudem dem Luftverkehrsgesetz. Dieses schreibt für diese Fluggeräte vor, dass sie grundsätzlich nicht höher als 100 Meter aufsteigen dürfen. Eine Ausnahme gilt nur bei speziellen Modellflugplätzen.

Weitere Einschränkungen sind:

– Eindringverbot in Flugverbotszonen wie Flughäfen, Militäranlagen, Gefängnisse oder sonstwie gesperrte Gebiete. Tipp: Mit einer kostenlosen oder sehr preiswerten App ist man immer über die Flugverbotszonen in der Nähe informiert.
Überflug von Privatgrundstücken nur mit Erlaubnis des Besitzers
Filmen von Personen verletzt grundsätzlich das Persönlichkeitsrecht und ist nur mit deren Erlaubnis gestattet.

Das Luftverkehrsgesetz unterscheidet nach vier Typen von Drohnen:

Bis 250 Gramm: Die Drohne gilt als Spielzeug. Es bestehen keine Einschränkungen für ihren Betrieb, ihre Kennzeichnung oder ihre Versicherungspflicht. Sie sollte aber der allgemeinen Haftpflichtversicherung zumindest gemeldet sein.

250 Gramm bis zwei Kilogramm: Die Drohne gilt nicht mehr als Spielzeug. Für sie gilt eine Versicherungspflicht bis zu einer Million Euro Deckungssumme. Sie muss zudem mit einem Schild gekennzeichnet sein, auf dem der Name und die Adresse des Besitzers stehen.

Zwei bis fünf Kilogramm: Die Drohne muss mit einem Typenschild gekennzeichnet sein. Es besteht eine Versicherungspflicht. Der Betreiber muss eine theoretische Kenntnisprüfung absolvieren.

Über fünf Kilogramm: Die Drohne darf nur mit ausdrücklicher behördlicher Genehmigung betrieben werden. Dafür sind die Luftfahrbehörden des jeweiligen Bundeslands zuständig.

Der Gesetzgeber unterscheidet seitens der Rechtsprechung aber nicht zwischen gewerblich oder privat genutzter Drohne. Beide Arten der Nutzung unterliegen den gleichen Gesetzen. Die Versicherer unterscheiden jedoch durchaus zwischen den beiden Verwendungsformen.

Für die Rechtsprechung ist außerdem wichtig, ob die Drohne eine Kamera besitzt oder nicht. Zwar ist davon weniger das Luftverkehrsgesetz betroffen. Jedoch ist hier das BGB maßgeblich, worin die Persönlichkeitsrechte der einzelnen Bürger fest geschrieben sind. So ist es ohne ausdrückliche Erlaubnis untersagt, Aufnahmen von einer Person zu machen. Zwar ist dies in der Rechtspraxis auf die eindeutige Erkennbarkeit beschränkt. Dennoch kann das Filmen von Passanten – und das anschließende öffentlich zugänglich machen – verboten und ist mit empfindlichen Bußgeldern belegt.

Es macht hierbei jedoch keinen Unterschied, welche Bauform die Drohne hat. Ein Bicopter, Tricopter, Quadrocopter oder Multicopter unterliegt immer der gleichen Rechtsprechung. Auch die Versicherungen machen hier keine Unterschiede. Anders sieht es hingegen mit den Flugzeug-Drohnen aus. Die auf Propellerflugzeuge oder sogar Jet-Antrieb-Flieger montierten Kameradrohnen müssen wieder andere Gesetze einhalten. Sie sind zudem wesentlich teurer in der Versicherung. Da dies aber nach wie vor eher Produkte für Spezialisten sind, ist ihre rechtliche und versicherungstechnische Erfassung für den normalen Hobby-Drohnenfilmer unerheblich.

Unterschiede in privater oder gewerblicher Nutzung

Kommt es zu einem Unfall mit einer Drohne wird die Versicherung bei einer größeren Schadenssumme mit Sicherheit den Unfallhergang genau prüfen. Vor allem wird die Frage, wie die Drohne gerade genutzt wurde, für die Regulierung relevant sein. Besonders kritisch ist hierbei der Punkt „Gewerbliche oder private Nutzung“.

Sobald für die Aufnahmen mit einer Drohne eine Gegenleistung erbracht wird, liegt eine gewerbliche Nutzung vor. Dabei muss noch nicht einmal zwingend Geld fließen. Wenn eine Drohne als Hobby-Quadrocopter versichert ist, sie aber professionell und gewerblich genutzt wurde, kann im Schadensfall die Versicherung einen Teil der Ausgleichssummen zurück behalten.

Der Grund liegt auf der Hand: Eine gewerblich genutzte Drohne ist teurer in der Versicherung. Sie wird häufiger verwendet und dann auch meist in der Nähe von Personen. Wo Drohnen über Menschen hinweg fliegen, hat ein Absturz meistens Verletzungen zur Folge, die reguliert werden müssen. Diese Art der Nutzung ist darüber hinaus genehmigungspflichtig.

Immerhin hat die teure Versicherung einer gewerblich genutzten Drohne einen großen Vorteil: Ihre Beiträge können voll als Werbungskosten abgesetzt werden. Diesen Aspekt sollte man bedenken, bevor man das Risiko eingeht, mit einer unterversicherten Drohne schnelles Geld verdienen zu wollen.