Mit der Drohne in den Urlaub – darauf müssen sie achten

Was für den Anwender ein Spielzeug oder eine Kamera mit erweiterten Funktionen ist, das ist für die Reiseländer etwas ganz anderes: Im Flugzeug sind die Akkus einer Drohne eine erhebliche Brandgefahr. Für den Transport vom Dji Phantom, dem Platinum oder einem anderen Quadrocopter gelten deshalb besondere Bestimmungen. Im Reiseland ist eine Drohne eine fliegende Kamera, wie überall auch. Das kann jedoch unter bestimmten Umständen den Betreiber in erhebliche Schwierigkeiten bekommen. Das Filmen von Menschen ohne deren Wissen und Einverständnis kann empfindliche Strafen nach sich ziehen. Vor allem in Ländern wie dem Iran oder Russland kann ein Ausländer mit einer Drohne auch schnell unter Spionageverdacht geraten.

Technisch gesehen, ist eine Drohne ein kabelloses Elektrogerät, da mit einem Lithium-Ionen-Akku betrieben wird. Besonders letztere haben konstruktiv einige Herausforderungen zu meistern:

Sie müssen möglichst viel Energie auf möglichst kleinem Raum unterbringen. Minderwertige Qualität rächt sich bei den Akkus deshalb besonders schnell: Die Batterien können dann schnell explodieren oder Feuer fangen. Das ist auf einem Flugzeug natürlich besonders gefährlich. Darum gelten für den Flugtransport von Akkus aller Art besonders strenge Bedingungen. Die Akkus von Drohnen gehören zu den größten Modulen ihrer Art. Um sie sicher durch das Check-In zu bekommen, sollte man sich an die folgenden Tipps halten.

Neben den Akkus gibt es auch allgemeine Bestimmungen, welche die Einfuhr und Betrieb von Drohnen wie der Platinum oder der Dji Phantom in anderen Ländern reglementieren. Die Bandbreite reicht von sehr lockeren bis sehr strengen Gesetzen für Quadrocopter und Co.. Wir empfehlen dringend, sich beim beabsichtigten Reisen mit einer Drohne vorher genauestens zu informieren. Sowohl die Fluggesellschaften als auch die Reiseländer können kurzfristig ihre Gesetze ändern. Die hier präsentierten Informationen haben deshalb keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Reisen mit der Drohne

Drohne im UrlaubDie Drohne soll natürlich auch selbst möglichst unbeschädigt das Zielland erreichen oder die Weltreise überstehen. Darum sollte bei der Verpackung des Geräts nicht gespart werden. Wer nicht viel Geld dafür ausgeben möchte, der kann ganz einfach den Original-Karton wiederverwenden. Dieser ist bereits konstruktiv so ausgelegt, dass die Drohne eine Weltreise unbeschadet übersteht. Spätestens bei den Akkus muss der Betreiber aber besondere Maßnahmen ergreifen, um sie sicher in und aus dem Flugzeug zu bekommen. Für die Drohne selbst bieten die Hersteller und Zulieferer besonders stabile Hartschalen-Koffer an. Sie sind exakt auf den jeweiligen Drohnentyp zugeschnitten. Darüber hinaus sollte die Drohne und die Fernbedienung gesichert werden.

Bei einer langen Reise ist es sinnvoll, die Rotoren von der DJI Mavic Pro ab zu montieren und gesondert zu verstauen. Damit hat man das Maximum an Sicherheit, dass die empfindlichen Module nicht abbrechen.

Auch die Steuerknüppel der Dji Phantom, der Platinum und jedem anderen Copter sollten demontiert werden. Ist das nicht möglich, kann man sie mit speziellen Sperren aus dem Zubehörhandel sichern, welche es zum Beispiel auch speziell für Dji Copter gibt.

Wichtig: Bei Reisen ins Ausland an den Adapter für das Ladegerät denken! Ansonsten kann es schnell passieren, dass Sie Ihren Quadrocopter auf der tollen Weltreise gar nicht laden können.

Batterie LiPos

Noch vor zwei Jahren haben minderwertige Lithium-Ionen-Akkus den Elektronik-Riesen Samsung beinahe in den Ruin getrieben: Beim brandneuen Modell explodierten reihenweise die Batterien, bis schließlich die ganze Baureihe eingestampft werden musste. Immerhin ist Samsung durchaus dafür zu loben, dermaßen konsequent auf dieses Risiko reagiert zu haben. Nicht auszudenken, wenn diese Akkus im Rucksack oder dem allgemeinen Gepäck plötzlich weltweit Flugzeuge in Brand gesetzt hätten.

Dennoch haben die Fluglinien aus diesem und ähnlichen Fällen harte Konsequenzen gezogen. Das Mitführen von Lithium-Ionen-Akkus im Rucksack oder Gepäck ist zwar in den seltensten Fällen tatsächlich verboten. Das geht schon aus praktischen Gründen nicht, weil sich diese Stromspeicher nun einmal in allen Smartphones, Tablets und Labtops befinden. Jedoch müssen für den Transport von Lithium-Ionen-Akkus besondere Maßnahmen getroffen werden. Die hier vorgestellte Anleitung deckt sich weitestgehend mit den Vorgaben der meisten Airlines. Dennoch sollte sich stets selbst darüber informiert werden, welche Bestimmungen vor einer Reise gerade gültig sind. Die Webseiten der Airlines geben über diesen Punkt hinreichend Auskunft.

1. Akkus prüfen
Der Akku muss sich in einem einwandfreien Zustand befinden. Er darf keine Sturzschäden haben, keine Kratzer und er darf keinesfalls aufgequollen sein. Außerdem sollte noch mindestens 80% Kapazität vorhanden sein.
2. Akkus einzeln isolieren
Jeder Akku wird zunächst in trockene Frischhaltefolie eingewickelt. Anschließen wird er nochmals in einem Tiefkühlbeutel sicher verstaut. Den Beutel mit einem Gummiband verschließen oder einschweißen.
3. Akkus einzeln in LiPo Bags verstauen
LiPo Bags sind Taschen, in denen Lithium-Ionen-Akkus besonders sicher verwahrt sind. Sie bestehen aus einem besonderen Material, das elektrostatische Energie sicher abführt. LiPo Bags sind für den Transport von Akkus nicht nur sicher und praktisch. Für den Transport in Flugzeugen sind sie in der Regel verpflichtend.
4. Nur die maximal zulässige Menge an Akkus mitnehmen
Die Airlines geben auf ihren Seiten darüber Auskunft, wie viele Akkus mitgeführt werden dürfen.
5. Akkus mit ins Handgepäck nehmen
Die Akkus sind aus mehreren Gründen in der Kabine besonders sicher: Zum einem herrscht in der Passagierkabine eine gleichmäßige Temperatur, während es im Frachtraum sehr kalt werden kann. Außerdem kann das Bordpersonal optimal reagieren, wenn ein Akku zu qualmen beginnt. Die Stewardessen sind auf den Umgang mit defekten Akkus geschult. Behalten Sie deshalb unbedingt ihre Akkus immer im Auge und melden sie sofort, wenn Sie eine Störung bemerken. In der Regel heizen sich Akkus vor einer Qualmentwicklung zunächst stark auf. Wenn Sie dies bemerken bleibt Ihnen und dem Bordpersonal noch genügend Zeit, um die Module zu sichern. Ideal ist es deshalb, das Bordpersonal über die Akkus im Handgepäck zu informieren.
6. Akkus vor Ort kaufen
Der einfachste Weg um sicher die Drohne ins Reiseland zu bekommen ist, die Akkus gar nicht erst mit zu nehmen. Bei weit verbreiteten Drohnen wie der DJI Mavic Pro ist es besonders einfach, vor Ort die passenden Akkus zu bekommen.
7. Die Drohne vor Ort mieten
Noch einfacher ist es, wenn die eigene Drohne einfach zu Hause gelassen wird. Die DJI Mavic Pro ist inzwischen auch ein beliebtes Mietobjekt geworden, das sich für wenige Euro am Tag direkt vor Ort buchen lässt. Diese Lösung spart den meisten Ärger, reduziert das Reisegepäck erheblich und ist schon deshalb ihren Preis allemal wert.

Drohne Gesetz im Ausland

Um mit seiner Drohne im Ausland nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, sollte man sich über die jeweiligen Regularien genauestens informieren. Wir haben hier die wichtigsten Gesetze und Bestimmungen zusammengestellt. Diese Auflistung ist jedoch nur ein allgemeiner Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Möchte man zum Beispiel eine Weltreise unternehmen, ist es wichtig, jedes Mal vor dem Betreten eines neuen Landes zum Test einmal zu schauen, ob im Vergleich zum letzten Mal Gesetzesänderungen stattgefunden haben.

*USA

Die Gesetzeslage ist für Drohnen-Piloten gegenwärtig nicht ganz eindeutig. Wir empfehlen deshalb dringend, alle faktischen und potenziellen Regularien rund um das Betreiben von Drohnen, wie der Phantom, zu befolgen.

Wie in Deutschland, sind Drohnen über 250 Gramm Abfluggewicht registrierungspflichtig. Die Registrierung ist mit 5 Dollar sehr günstig, sie gilt aber nur für drei Jahre. Das Gute ist: Diese Registrierung kann man auch von Deutschland aus schon einmal vorbereiten. Auskünfte und Formulare findet man auf der US-Flugaufsichtsbehörde, der FAA.

Allgemein sind folgende Regularien bindend: Unabhängig von ihrem Abfluggewicht darf eine Drohne nicht höher als 121 Meter (400 Fuß) steigen. Maßgeblich ist dabei der höchste Punkt in einem Umkreis von 121 Metern. Befindet sich also ein Gebäude von 200 Metern in der unmittelbaren Nähe, darf eine Höhe von 321 Metern angeflogen werden.

Die maximale Entfernung zwischen Sender und Drohne beträgt pauschal die „Sichtweite“.

Anders als in Deutschland besteht für Drohnen keine generelle Versicherungspflicht. Sie wird aber dringend empfohlen, da in den USA sehr gerne geklagt und hart bestraft wird.

Die Drohne darf maximal 25 Kilogramm wiegen, ist aber ab 250 Gramm zwingend genehmigungspflichtig. Eine 250 Gramm Drohne gilt als Spielzeug und muss nicht genehmigt werden.

Unbedingt zu beachten ist das Fliegen mit einer Drohne in der Nähe von Flughäfen. Hier gilt es, einen Abstand von 5 Meilen, das sind ca. 8 Kilometer und 50 Meter einzuhalten. In diesem Abstand darf grundsätzlich nicht mit einer Drohne geflogen werden. In den USA kommt erschwerend hinzu, dass es zahlreiche Privat- und Sportflughäfen gibt. Vor dem herumfliegen mit einer Drohne muss deshalb die Umgebung gecheckt werden.

In Nationalparks darf leider nicht mit einer Drohne geflogen werden. Einschränkungen gibt es noch bei der Tageszeit: Es muss ausreichend Sonnenlicht herrschen. Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang bis eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang ist das erlaubte Zeitfenster.

Ansonsten gilt „Gesunder Menschenverstand“. Militäranlagen, Kraftwerke und andere sensiblen Punkte sollten von Drohnen-Piloten nicht angeflogen werden. Amerika ist sehr liberal, wenn aber ein Gesetz übertreten wird, sind die Strafen meist sehr hart. Ein ausgesprochener Drohnen-Führerschein ist nur für Unternehmer notwendig, die mit der Drohne Dienstleistungen anbieten wollen.

Die USA sind für ihre liberalen Waffengesetze bekannt. Es ist in Bezug auf Drohnen aber eines unbedingt zu beachten: Es ist strengstens verboten, eine Waffe auf eine Drohne zu montieren. Dies gilt als schweres Verbrechen, das mit vielen Jahren Gefängnis bestraft wird.

Schließlich noch ein Hinweis: Die Produkte von DJI unterliegen in den USA einer gesonderten Rechtssprechung. Teilweise sind die Drohnen ganz verboten. Der Grund ist, dass eine DJI Drohne auf dem Rasen des weißen Hauses abgestürzt ist. Sie ist demnach in der Lage, die Sicherungssysteme dieses sensiblen Gebäudes zu überwinden. Die Rechtslage kann sich jedoch schnell ändern. Vor dem Einführen einer DJI Drohne in die USA sollte deshalb unbedingt auch dieser Punkt geprüft werden.

*Kanada

Das dünn besiedelte Kanada hat im Vergleich zu den USA etwas lockere Drohnen-Gesetze. Jedoch beträgt der Sicherheitsabstand zu Flughäfen und Wäldern neun Kilometer. Dafür darf eine Drohne ganze 35 Kilogramm wiegen, bevor sie genehmigungspflichtig wird. In Nationalparks darf man fliegen, sollte sich aber vorher eine Genehmigung einholen. Die Sicherheitsabstände zu Gebäuden und Personen beträgt 75 Meter. Die Drohne muss mit einem Schild ausgestattet sein, auf dem Name, Anschrift und Betreiber der Drohne aufgebracht sind. Auch in Kanada besteht für Drohnen ein Nachtflugverbot. Für die gewerbliche Nutzung ist ein Führerschein notwendig. Bei einem schönen Ausflug lässt sich die Phantom oder eine andere Drohne einfach im Rucksack verstauen und anschließend kann man garantiert wundervolle Aufnahmen Kanadas genießen.

*Österreich

In Österreich gelten die mitunter strengsten Gesetze für Drohnen in Europa. Dabei ist weniger der Kollisionsschutz ein Kriterium als der Schutz der Privatsphäre. Das Aufnehmen von Videos auf einem Speicher ist von einer Drohne aus sehr streng reglementiert. Mit nur 150 Metern ist die Flughöhe auch sehr gering. Kamera-Drohnen sind grundsätzlich genehmigungspflichtig. Aufgrund der Strafen von bis zu 22000 Euro ist der Verstoß gegen die Auflagen zum Drohnen betrieb in Österreich gut zu überlegen und zu planen. So kann auch selbst ein erster Test der Dji Phantom im Vergleich zu anderen Ländern schnell teuer werden. Zusammen gefasst gelten folgende Bestimmungen:

Mindestalter für den Drohnennflug: 16 Jahre
Nachweis einer Haftpflichtversicherung gemäß öster. Luftfahrtgesetz zwingend erforderlich
Maximale Flughöhe: 150m
Flug nur über unbebauten und/oder unbesiedeltem Gebiet
Maximales Abfluggewicht: 5 Kilogramm

Für eine Bewilligung muss man ca. 300 Euro veranschlagen. Mehr Informationen und Tipps gibt es auf: www. Drohnenbewilligung.at

*Deutschland

Gegenwärtig gilt in Deutschland in Bezug auf Drohnen folgende Gesetzeslage:

Bis 250 Gramm: Drohne ist ein Spielzeug und unterliegt keinen besonderen Gesetzen
Eine Haftpflichtversicherung ist nicht zwingend erforderlich, wird aber dringend empfohlen. In der Regel reicht es aber aus, der bestehenden Haftpflichtversicherung das Betreiben einer Spielzeug-Drohne zu melden.

250 Gramm bis 2 Kilogramm: Die Drohne muss mit einem Typenschild ausgestattet sein und der Betreiber muss über einen Flugkundenachweis verfügen. Innerhalb von umgrenzten Modellflugplätzen ist ein Flugkundenachweis nicht erforderlich.

2 Kilogramm bis fünf Kilogramm: Die Drohne muss über eine „Aufstiegserlaubnis“ verfügen. Diese werden von den Luftfahrtbehörden der einzelnen Bundesländer vergeben. Weitere Informationen und Tipps findet man auf der Webseite https://www.drohnen.de/12114/aufstiegsgenehmigung-beantragen-infos-und-links-zu-luftfahrtbehoerden/

*Schweiz [/H3]

Im Gegensatz zu seinen Nachbarn ist das Betreiben von Drohnen in der Schweiz recht liberal. Es geilten folgende Rahmenbedingungen:

Unter 500 Gramm Abfluggewicht: Drohne gilt als Spielzeug. Eine Haftpflichtversicherung ist nicht erforderlich, jedoch empfohlen.

Ab 500 Gramm Abfluggewicht: Eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von mindestens einer Million Euro ist verpflichtend.

Ab 25 Kilogramm: Der Aufstieg der Drohne ist genehmigungspflichtig.

Abstände: 100 Meter von Menschengruppen, 5 Kilometer von Flughäfen, 150 Meter maximale Aufstiegshöhe.

*Iran

Das auswärtige Amt rät Touristen vom Betreiben einer Drohne im Iran ab. Es besteht höchste Gefahr unter Spionageverdacht zu geraten. Dies wird immer noch in diesen Ländern sehr hart bestraft